Die Herz-Kreislauf-Risiken des kürzlich vom Markt genommenen Schmerz- und Rheumamittels Vioxx hätten einer neuen Untersuchung zufolge schon vor Jahren erkannt werden können
Nach der Analyse von knapp 30 Studien aus der Datenbank der US-Arzneimittelbehörde FDA hätte sich bereits Ende 2000 ein mehr als verdoppeltes Herz-Kreislaufrisiko bei Vioxx-Patienten gezeigt, berichten Peter Jüni von der Universität Bern und Kollegen in einer Online-Vorabveröffentlichung des britischen Medizinjournals „The Lancet“. Damals hätten 52 von knapp 21 000 Patienten einen Herzinfarkt erlitten.
Kritik an der Zulassungsbehörde
Das erhöhte Herzrisiko sei nicht befriedigend mit einem etwaigen schützenden Effekt von Mitteln zu erklären, mit denen der Vioxx-Wirkstoff Rofecoxib in manchen Studien verglichen worden war, schreiben die Autoren. Der Hersteller und die FDA hätten die Risiken schon früher als geschehen erkennen und das Mittel vom Markt nehmen sollen, meinen die Studienautoren.
Der „New York Times“ liegen eigenen Angaben zufolge E-Mails von Mitarbeitern der FDA vor, die eine bewusste Verzögerung bei der Veröffentlichung kritischer Daten reflektieren.
