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Juckreiz oder Atemnot nach Einnahme eines Medikaments? Vielleicht wehrt sich Ihr Körper gegen einen bestimmten Inhaltsstoff. Oft hilft der Umstieg auf ein anderes Präparat.

Medikamente sind ein Segen. Sie lindern Schmerzen, bekämpfen Infektionen, regulieren den Kreislauf, senken den Blutdruck ... Und doch sind sie nicht perfekt. Auch bei modernen Arzneimitteln können zu den erwünschten Wirkungen die unerwünschten hinzukommen im Volksmund „Nebenwirkungen“ genannt. Diese können bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sein. Ursache ist häufig eine gestörte Stoffwechselreaktion. Fachleute schätzen, dass etwa fünf bis sechs Prozent aller Patienten von plötzlichen Unverträglichkeiten überrascht werden.

Nicht immer Allergie

Bekannter ist in diesem Zusammenhang der Begriff „Arzneimittelallergie“, da die typischen Symptome meist denen einer Allergie ähneln und insbesondere Haut und Schleimhäute in Mitleidenschaft ziehen: Hautrötungen, Ausschläge, Juckreiz, Atem- oder Kreislaufprobleme treten dabei am häufigsten auf. Doch nicht in allen Fällen entwickelt das körpereigene Abwehrsystem die für eine allergische Reaktion typischen Antikörper gegen das Medikament und verursacht so die Symptome.

In vielen Fällen stecken andere Mechanismen dahinter. Man spricht dann von einer Arzneimittelunverträglichkeit oder auch „Pseudo-Allergie“. Anders als bei einer echten Allergie werden die Symptome hier mit steigender Dosis stärker, sie sind also konzentrationsabhängig. Theoretisch kann jedes Medikament zu einer Unverträglichkeitsreaktion oder einer echten Allergie führen. Vergleichsweise häufig geschieht das bei bestimmten Antibiotika wie zum Beispiel Penicillinen, Sulfonamiden und Cephalosporinen, sowie bei manchen Schmerzmitteln – allen voran die Acetylsalicylsäure. Bei jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln, Lokalanästhetika, Impfstoffen, Antiepileptika, Blutdrucksenkern und Chemotherapeutika sind Nebenwirkungen ebenfalls häufiger zu beobachten.

Unverträglichkeit durch Sonne

Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Arzneimittel eingenommen, aufgetragen oder gespritzt wird. Bei topischen Präparaten – das sind Medikamente, die auf die Haut aufgebracht werden – bleibt eine Unverträglichkeit meist auf den Anwendungsbereich begrenzt. Bei anderen Verabreichungsformen wie Tabletten, Tropfen oder Injektionen sind Hautreaktionen dagegen öfter an verschiedenen Körperstellen möglich. Manche Arzneimittel besitzen „photoallergische“ oder „phototoxische“ Eigenschaften. Das bedeutet, sie lösen entsprechende Reaktionen erst aus, wenn man sich dem Sonnenlicht aussetzt. Wenn Sie solche Medikamente einnehmen, gilt: Meiden Sie die Sonne, und schützen Sie Ihre Haut im Freien durch langärmelige Kleidung und Kopfbedeckung sowie geeigneten Sonnenschutz.

Nicht immer sind es die Wirkstoffe der Arzneimittel, welche die Symptome verursachen. Bestandteile wie Konservierungs-, Füll- oder Farbstoffe, die häufig auch in Lebensmitteln enthalten sind, können ebenfalls Beschwerden auslösen. Haben Sie den Verdacht, dass Sie ein Medikament nicht vertragen, sollten Sie sich umgehend mit Ihrem Arzt oder Apotheker in Verbindung setzen. Bei Zeichen einer Allergie (etwa Juckreiz, Hautausschlag, Atemnot oder Kreislauf problemen) informieren Sie sofort den Arzt. Keinesfalls dürfen Sie in solchen Fällen ohne Rücksprache mit dem Arzt die Einnahme fortsetzen. Vielleicht kann er Ihnen ein anderes Präparat verschreiben, das Sie besser vertragen, oder er verordnet ein Medikament, das die allergischen Symptome lindert.

Allergietest bringt Klarheit

Haben Sie die Arznei rezeptfrei in der Apotheke gekauft, kann Ihnen Ihr Apotheker sicherlich ein anderes geeignetes Mittel empfehlen. In manchen Fällen macht es Sinn, die problematische Substanz durch einen Allergietest herausfinden zu lassen. Weil der übliche Hauttest bei Arzneimitteln nicht immer aussagekräftig ist, sind spezielle Untersuchungen erforderlich, in seltenen Fällen ein Allergietest in einer Klinik. Dabei können auch alle anderen in dem Präparat verwendeten Substanzen, zum Beispiel Hilfsstoffe, darauf hin untersucht werden, ob sie bei Ihnen Unverträglichkeiten auslösen. In diesem Zusammenhang sollten mögliche Alternativpräparate ebenfalls ausgetestet werden.

Lassen Sie die für Sie kritischen Substanzen in Ihren Gesundheits- oder Allergiepass eintragen, den Sie bei Arztbesuchen und Medikamentenkäufen in der Apotheke vorzeigen können. Dies erleichtert es Arzt und Apotheker, das richtige Medikament für Sie aus zuwählen. Zudem kann der Apotheker die Hilfsstoffe jedes Präparats ermitteln und gegebenenfalls Alternativen vorschlagen.