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Jahr für Jahr sind in Deutschland zirka 200.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Dieser kündigt sich wie ein Gewitter mit deutlichen Vorboten an, die entweder wenige Minuten, allenfalls bis zu 24 Stunden andauern können. Typische Symptome |
Die häufigsten Ursachen eines Schlaganfalls sind die Arteriosklerose, eine Verkalkung der Arterien, und die Embolie, ein Blutgerinnsel. Je nach Auslöser sprechen Ärzte heute vom "Hirninfarkt", wenn der Schlaganfall durch eine Minderdurchblutung des Gehirns hervorgerufen wurde, oder von einer "Hirnblutung", wenn er durch den Austritt von Blut in das Hirngewebe verursacht worden ist.
Ob als Hirninfarkt oder Hirnblutung: Unter Schlaganfall versteht man den unvermittelten Ausfall bestimmter Funktionen des Gehirns. Mindestens 25 Prozent der Patienten sterben in der Akutphase der Erkrankung, das heißt, in den ersten vier Wochen nach dem Schlaganfall. Auf speziellen Schlaganfallstationen, den sogenannten "stroke units", wird die notwendige Akutversorgung geleistet. Sie entscheidet über Leben und Tod beziehungsweise potentiell bleibende Schäden.
Wie bei kaum einer anderen Erkrankung kommt es beim Schlaganfall auf eine möglichst schnelle Behandlung an. Wird bei den akuten Maßnahmen keine Zeit verloren, steigt die Chance, dass sich die Symptome wieder vollständig zurückbilden. Die Computertomographie dient dazu, die Art des Schlaganfalls festzustellen. Dies ist wichtig, da sich hieraus unmittelbare therapeutische Konsequenzen ergeben. Die Art der Symptome hängen allerdings von der betroffenen Hirnregion ab: Liegt beispielsweise eine Gewebezerstörung im Sprachzentrum vor, wie in rund 50 Prozent der Fälle, so sind Sprechstörungen die Folge.
Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, steigt im Alter. Doch die Zahl der jungen Patienten wächst permanent, gefährdet ist prinzipiell jeder. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in den Industrienationen. Wo der sogenannte zivilisierte Lebensstil fehlt, lebt es sich gesünder: Bei Naturvölkern sind Schlaganfall, Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen praktisch unbekannt. Wer einen Schlaganfall erlitten hat, der unterzieht sich nach der Akutversorgung normalerweise einer Rehabilitation in stressfreier Umgebung.
Die Rehabilitation mit ihren physiotherapeutischen Programmen bedeutet harte und langwierige Arbeit. In sogenannten Koordinationsgruppen erleben die Patienten, dass sie nicht allein sind mit ihrem Leid und ihren Beschwerden. Nach einem Schlaganfall ist in vielen Fällen nichts mehr so, wie es war. Alles muss neu gelernt werden und das nicht ohne Mühsal. Ankleiden, gehen, Körperpflege - Geduld und ein guter Wille sind nötig, um den Alltag wieder zu meistern.
Der Patient wird von Ergotherapeuten unterstützt. Er muss lernen, wieder selbständig leben zu können. Ein durchaus entscheidender Aspekt bei der Rehabilitation, die aus gesundheitspolitischen Gründen von immer kürzerer Dauer ist. Durch beständiges Üben werden die motorischen Fähigkeiten verbessert und so die Lebensqualität gesteigert. Das therapeutische Programm ist von Fall zu Fall verschieden. Vielen Patienten gelingt die Weg zurück in ein normales Leben, manchen sogar die Rückkehr in den Beruf.
Therapeutische Einzelbehandlungen im Wasser kommt eine besondere Bedeutung zu. Individuell auf den Patienten abgestimmt, werden hier die eigenständige Körperkontrolle und das Gleichgewicht trainiert. Außerdem wird bei diesem koordinativen Training die Ausdauer und die körperliche Belastbarkeit der Betroffenen gesteigert. Im Wasser, ohne Sturzgefahr und bisweilen spielerisch, gewinnen die Geschädigten ihre Beweglichkeit Stück um Stück zurück.
Die Wiederherstellung der Gehfähigkeit ist ein vorrangiges Therapieziel bei Schlaganfallpatienten. Wer gehen lernen möchte, muss gehen. Und im so genannten Gangtrainer kann das gefahrlos wieder erlernt werden. Ein drehzahlgeregelter Motor unterstützt die Bewegung des Patienten je nach dessen Mithilfe. Dabei steht der Patient auf zwei Fußplatten und ist mit Gurten gesichert.
In psychologischen Einzeltherapien lernen die Patienten unter anderem die Krankheit zu verarbeiten und potentiellen Depressionen erfolgreich zu begegnen. Bei mehr als der Hälfte der Schlaganfallbetroffenen kommt es zu depressiven Folgeerkrankungen, die behandelt werden müssen.
Zu sogenannten Gesichtsfeldausfällen kommt es, wenn bestimmte Bereiche des Gehirns von einem Infarkt betroffen sind. Der Patient kann dadurch mit beiden Augen nur noch einen Teil der Umwelt wahrnehmen, obwohl die Augen selbst völlig intakt sind. Problematisch ist das vor allem im Straßenverkehr. Ein lädiertes Gesichtsfeld bleibt zwar nicht selten lebenslang beeinträchtigt, doch durch Therapie und Training lernen die Patienten, mit ihrer Sehbehinderung zu leben und sich in Alltag und Berufsleben zurecht zu finden. Um entsprechende Sprachstörungen zu beheben, stehen dem Patienten Logopäden zur Seite, die ihm die Welt des sprachlichen Ausdrucks neu vermitteln.
