Babys, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, haben ein erhöhtes Risiko, in den ersten zwölf Lebensmonaten Nahrungsmittelallergien und Durchfall zu bekommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Ludwig-Maximilian Universität.
Ein-Jahres-Studie
An der Münchner Studie nahmen 865 Babys teil. Alle wurden bis zum Alter von vier Monaten gestillt. Insgesamt kamen 17 Prozent der untersuchten Babys per Kaiserschnitt zur Welt.
Alle Babys dieser Studie wurden in Familien mit einer entsprechenden Krankheitsgeschichte geboren. Sie wurden im Alter von einem, vier, acht und 12 Monaten untersucht.
Während der ersten sechs Monate zeichneten die Mütter wöchentlich den Gesundheitszustand und die Fütterungsgewohnheiten ihrer Kinder auf.
Nach 12 Monaten wurden außerdem Blutproben genommen, um herauszufinden, ob die Säuglinge allergisch auf bestimmte Nahrungsmittel, einschließlich Eier, Kuhmilchproteine und Sojaproteine, reagieren.
Bei Kaiserschnittgeburten war die Wahrscheinlichkeit im ersten Lebensjahr Durchfall zu bekommen deutlich erhöht. Auch das Risiko einer Allergie gegen Kuhmilch und andere Lebensmittel war doppelt so hoch.
Ergebnisse nicht unumstritten
Früheren Studien zufolge spielen Darmbakterien eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Immunsystems. Der Kaiserschnitt verändert oder hemmt die normale bakterielle Besiedlung des Darms der Babys.
Die Wissenschaftler vermuten, dass bei herkömmlichen Geburten Bakterien von der Vagina der Mutter, ihrem Darm und ihrem Analbereich aufgenommen werden, während Kaiserschnittgeburten lediglich mit Bakterien aus der Krankenhausumgebung in Kontakt kommen.
Basky Thilaganathan, ein Experte für fötale Medizin, betont aber, dass die Studie einige Fehler aufweise, was Fragen zum Wahrheitsgehalt der Erkenntnisse aufwirft. Ein Viertel der Kaiserschnittbabys wurde um zwei bis drei Wochen zu früh geboren
Spätere Probleme seien eher auf den relativ unreifen Status des Immunsystems bei der Geburt zurückzuführen. Außerdem war eine größere Anzahl der Kaiserschnitte Erstlingsgeburten.
Hinzu käme laut Thilaganathan, dass jene Paare, die zum ersten Mal Eltern wurden, schon die geringfügigsten Symptome bei ihren Kindern meldeten.

