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Trist, kalt und duster: Mit den Temperaturen im November sinkt bei vielen Menschen auch die Stimmung. Ergebnis: Sie sind matt, übellaunig, antriebslos. Bedenklich wird es, wenn dieser Zustand länger anhält. |
Wetterfühligkeit hat mit einer Depression noch nichts zu tun. Bedenklich wird es erst, wenn zur gedrückten Stimmung auch noch der Körper schlapp macht. Typische Symptome einer so genannten saisonal bedingten Depression (SAD) sind nach Angaben des "Kompetenzwerks Depression" u.a. anhaltende Müdigkeit, ein Heißhunger auf Süßes und kohlehydratreiche Nahrung. In Deutschland sind davon rund 800.000 Menschen betroffen – wobei Frauen drei Mal so häufig darunter leiden wie Männer. Auslöser für diese jahreszeitabhängige Form der depressiven Erkrankung ist der Mangel an Tageslicht, das für die Produktion der körpereigenen Hormone Melantonin und Serotonin gebraucht wird. Melantonin steuert den Wach-Schlaf-Rhythmus; Serotonin beeinflusst als "Glückshormon" unter anderem Gemütszustand und Sexualtrieb.
Lichttherapie kann helfen
Eine jahreszeitlich bedingte Depression ist nicht weniger ernst zu nehmen als eine "normale" depressive Erkrankung. Wer unter SAD leidet, sollte also auf alle Fälle einen Arzt zur Therapie aufsuchen. Am weitesten verbreitet ist die so genannte Lichttherapie. Der Patient setzt sich dazu vor eine Lichtquelle von mindestens 2.500 Lux, besser 10.000 Lux, am besten vormittags für 30 bis 40 Minuten. Die Behandlung dauert mehrere Tage bis zu einer Woche. Angenehm ist sie nicht: Der Patient muss immer wieder in die Lichtquelle sehen, damit über Retina und Sehnerv die Ausschüttung von Serotonin und Melatonin ausgelöst wird.
Wer leichte Formen einer depressiven Stimmung verspürt, kann sich aber schon selbst helfen: Sooft wie möglich raus an die frische Luft, bewegen und sich vom Herbstwind mal richtig durchpusten lassen.
