Obgleich in der Öffentlichkeit wenig bekannt, gehört die Endometriose, eine gutartigen, aber häufig sehr belastende Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, zu den häufigsten Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Rund um den 8. November, dem "Tag der Endometriose", wollen Experten in Veranstaltungen und Aktionen in mehreren Städten über das Frauenleiden informieren.
Die Endometriose ist die zweithäufigste chronische Frauenkrankheit überhaupt. Schätzungsweise vier bis sechs Millionen Frauen leiden in Deutschland an Endometriose, damit ist etwa jede zehnte Frau betroffen. Jedes Jahr gibt es bundesweit mehr als 30.000 Neuerkrankungen. Erkrankte Frauen leiden Monat für Monat bei ihrer Regelblutung an starken Unterbauchschmerzen, die ihr Leben und ihre Partnerschaft negativ beeinflussen können und nicht selten zu Arbeitsunfähigkeit führen.
"Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die sich außerhalb der Gebärmutter befindet, wird als Endometriose bezeichnet" erklärt Dr. von Wolff von der Endometriose-Sprechstunde der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Endometrioseherde können im ganzen Körpers auftreten, finden sich jedoch am häufigsten am Bauchfell, auf der Gebärmutter oder den Eierstöcken und können dort starke Schmerzen verursachen. Eine schwerwiegende mögliche Folge ist auch die Unfruchtbarkeit.
Die Endometriose neigt dazu, sich im Körper weiter auszubreiten. Wie die Schleimhaut in der Gebärmutter reagieren Endometrioseherde auf die hormonellen Veränderungen des Monatszyklus, d.h. sie werden auf- und abgebaut und können bluten. Es kann deshalb zu blutgefüllten Zysten und Verwachsungen kommen, die heftige Schmerzen verursachen. Mit Medikamenten oder operativen Eingriffen werden die Wucherungen und ihre Folgen behandelt.

