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Deutsche sind zu sorglos

„Der Kondomgebrauch nimmt ab, das ist ein Indiz für eine zunehmende Sorglosigkeit“, sagt Ulrich Marcus vom Berliner Robert Koch-Institut (RKI). Nach Erkenntnis des Experten hat das Wissen um AIDS in den vergangenen Jahren Lücken bekommen. In Deutschland leben zur Zeit rund 44.000 Menschen mit dem AIDS-Erreger HIV, rund 5000 von ihnen sind an AIDS erkrankt. In diesem Jahr haben sich rund 2000 Menschen neu infiziert.

Mehr AIDS-Tote als jemals zuvor


Zum Jahresende werden fast 40 Millionen Menschen auf der Erde mit dem AIDS-Erreger leben, so viele wie noch nie. Die weltweite Zahl der AIDS-Toten steigt im Jahr 2004 auf etwa drei Millionen, knapp fünf Millionen Menschen haben sich neu infiziert. Das berichtet das AIDS-Bekämpfungs- Programm der Vereinten Nationen, UNAIDS. „Auf allen Kontinenten steigt die Zahl der Neuinfektionen“, betont UNAIDS-Direktor Peter Piot. Die Zahl der infizierten Frauen wächst dabei dem Bericht zufolge noch schneller als die der Männer. Frauen haben ein deutlich höheres Infektions-Risiko als Männer, erläuterte Piot. Inzwischen sind 50 Prozent der erwachsenen HIV- Infizierten weiblich.

Die "wirkliche Massenvernichtungs- Waffe"

UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte AIDS im vergangenen Jahr als eine „wirkliche Massenvernichtungs- Waffe“ bezeichnet. Im Kampf dagegen seien die meisten Regierungen lange nicht so engagiert wie etwa bei der Verfolgung von Terroristen: „Das deutet doch auf eine unglaubliche Abgebrühtheit in“, sagte Annan damals. Dem UN-Programm zufolge bekamen im Juni 2004 nur etwa 440.000 Menschen in den armen Ländern Medikamente – gerade mal zehn Prozent der Bedürftigen.