Keine Chance für Dehnungsstreifen
Eine Schwangerschaft strapaziert das Gewebe, es kann an Bauch oder Oberschenkeln einreißen. So beugen Sie vor
Schwanger sein ist eine spannende Sache. Weil man neugierig ist auf sein Kind. Aber auch im wörtlichen Sinn. Denn die Haut dehnt sich aufs Äußerste, umschließt kurz vor der Geburt etliche Kilo mehr an Gewicht.
Nur weil bestimmte Hormone das Bindegewebe jetzt lockern, zerreißt es nicht. Doch leider ist dieser Trick der Natur nicht perfekt, denn es kann zu einer Überdehnung des Gewebes kommen. Dann bilden sich einzelne Gewebsrisse, die Schwangerschaftsstreifen. Das ist bei etwa jeder zweiten werdenden Mutter der Fall. Manche Experten setzen die Zahl sogar noch höher an.
Oft entstehen die ungeliebten Streifen während der Wachstumsschübe des Babys zwischen dem vierten und sechsten Monat, sie können aber auch noch bis zur 40. Woche auftreten. Anfangs erscheinen die Risse blaurot, weil die Blutgefäße durch die Haut schimmern. Nach der Geburt verblassen sie oder werden zu kaum sichtbaren, silbrigen Streifen.
Neben dem Bauch können sich die Striae, wie sie in der Fachsprache heißen, zudem an Brüsten, Hüften, Gesäß, ja sogar an Oberschenkeln und Armen bilden. Ein unvermeidliches Schicksal? Jein. Einerseits ist die Anfälligkeit für Bindegewebsveränderungen vererbt. Andererseits können Sie einiges dafür tun, dass Ihre Haut die Dehnungsprozedur ohne – oder nur mit geringen – Blessuren übersteht.
Um das Bindegewebe der Brust zu entlasten, sollten Sie einen gut sitzenden BH tragen, der wirklich Halt gibt. Schon ab dem zweiten, dritten Monat heißt es: Durchblutung und Hautstoffwechsel anregen. Zum Beispiel durch wechselwarmes Duschen und sanfte Massage mit einem Luffa-Handschuh oder Igel-Ball.
Auch regelmäßige Bewegung und Gymnastik beugen vor. Denn jede Kräftigung der Muskulatur entlastet das Bindegewebe und bessert die Durchblutung. Dagegen gilt: auf Sonnenbäder lieber verzichten. Ganz regelmäßig, am besten zweimal täglich, sollten Sie eine Zupf- und Knetmassage machen, am Bauch, aber auch an Gesäß und Hüften. Dafür nehmen Sie etwas Haut zwischen Daumen und Zeigefinger und zupfen sie von der Muskulatur weg. Verteilen Sie dazu ein gutes Pflegeöl großzügig auf dem Bauch und massieren Sie mit den Fingerspitzen in Richtung Nabel.
Als Pflegeprodukte eignen sich Mischungen mit Jojoba-, Calendula- und Mandelöl. Cremes auf Wasserbasis ziehen dagegen zu schnell ein. Günstig ist es, wenn das Öl Vitamin A und E enthält. Die Vitamine unterstützen den Körper bei der Reparatur leichter Dehnungsschäden und beugen diesen vor.
Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten! Achtung! Bei vorzeitigen Wehen sollten Sie auf die Zupfmassage verzichten. Auch ohne Komplikationen gilt: Im neunten Monat das Öl nur noch ganz sanft einmassieren. Nach der Geburt unterstützt die Massage mit guten Pflegeprodukten die Regeneration des gedehnten Gewebes. Das haben Elastizitätsmessungen der Haut gezeigt.
Baby und die ersten Lebensjahre
