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Arztbesuch im Ausland

Kronen aus Polen, Fettabsaugen in Tschechien, Kuren auf Mallorca - im europäischen Ausland zum Arzt zu gehen, ist seit Mitte 2004 viel einfacher geworden.

Krankenkassen erstatten auch bei Behandlungen im Ausland die Kosten - den selben Betrag, den sie auch in Deutschland zahlen würden. Der Unterschied ist: Im Ausland reicht das oft. In Deutschland hingegen müssen Patienten selbst noch tief in die Tasche greifen. Außerdem müssen Krankenkassen den Arztbesuch im Ausland seit Anfang 2004 nicht mehr im Voraus genehmigen. Seit der EU-Erweiterung gilt dies auch für die osteuropäischen Länder.

Kronen aus Polen

Polen und Tschechien zum Beispiel locken mit Rabatten bis zu 70 Prozent für Zahnbehandlungen. Doch können Patienten, wenn es um Zähne geht, nicht einfach so jenseits der Grenze in die Praxis spazieren. Zuerst muss der Kasse ein Kostenplan eines deutschen Arztes vorliegen, dann das Angebot aus dem Ausland. Segnet die Kasse diesen ab, steht der Behandlung nichts mehr im Weg. Der Patient muss die Kosten im Ausland in bar auslegen und bekommt diese dann von seiner Krankenkasse zurück.

Verschönerungen von der Stange

Schönheitsoperationen müssen in den meisten Fällen in Deutschland selbst bezahlt werden, weshalb der Operationstourismus nach Osten auch schon vor der EU-Osterweiterung florierte. Besonders beliebt für Fettabsaugen, Silikoneinlagen und Ähnliches ist Tschechien, weil hier alle Schönheitschirurgen ausgebildete Fachärzte sind, die streng von der tschechischen Ärztekammer überwacht werden. Ein Nachteil ist, dass bei einem Zwei-Tage-Trip zur OP keine Zeit bleibt für ausführliche Beratungsgespräche, Bedenkzeit und Erholung. Bei allen Behandlungen im Ausland sollten Sie sich deshalb genug Zeit nehmen. Auch müssen Kosten für Reise und Unterkunft einkalkuliert werden, sonst ist die Ersparnis eventuell schnell weg.

Nachbehandlung

Um Folgekosten zu vermeiden, sollten Patienten sich nach Gewährleistung und Nachbesserung erkundigen. Denn wer sich in Deutschland nachbehandeln lässt, muss für die Kosten oft selbst aufkommen - und erneut ins Ausland zu reisen, ist teuer. Ein Tipp: Viele ausländische Praxen, die sich auf deutsche Patienten spezialisiert haben, haben hierzulande Partnerärzte: Eine gute Möglichkeit, einen Arzt im Ausland zu finden. Ein anderer Weg ist, sich nach Referenzen von ehemaligen Patienten zu erkundigen.