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Klamme Hände, kalte Füße und ein Frösteln am ganzen Körper – für viele Frauen im Winter ein Dauerzustand. Wie Ihnen rasch wieder richtig warm wird.

Knackig kalt, mit viel Schnee und eisblauem Himmel. Im Februar zeigt sich die frostige Jahreszeit meist von ihrer Schokoladenseite. Mit diesen Tipps können Sie den Bilderbuchwinter ohne Fröstel-Frust genießen.

Aufwärmen von innen

Nach einem langen Winterspaziergang oder dem Nachhauseweg durch Schneegestöber tut eine heiße Suppe gut. Auch Tees heizen schnell auf – vor allem wenn sie schweißtreibende oder durchblutungsfördernde Pflanzenextrakte wie Ingwer oder Lindenblüten enthalten. In der Apotheke finden Sie eine große Auswahl an Kräuter- und Heilpflanzentees für jeden Geschmack.

Warme Bäder

Herrlich:

Ein warmes Bad versöhnt uns mit kalt-feuchtem Wetter. Aber: Nicht zu heiß und nicht zu lange!

Ein Vollbad (38 Grad) entspannt, verbessert die Blutzirkulation und beugt Erkältungen vor. Das Badewasser können Sie mit durchblutungsfördernden ätherischen Ölen aus Rosmarin oder Latschenkiefer anreichern. Alternativ dazu nehmen Sie ein ansteigendes Fußbad. Einfach in eine größere Schüssel handwarmes Wasser geben, nach und nach heißeres zugeben, bis Sie anfangen zu schwitzen. Anschließend dicke Socken anziehen und im kuschelig warmen Bett mindestens eine halbe Stunde ausruhen. Das gilt übrigens auch für das Vollbad.

Kalte Füße beeinflussen über reflektorische Beziehungen die Atemwege. Daher sind warme Bäder ideal, um nach einem Schneeschauer oder einem Wartemarathon an der Bushaltestelle Erkältungen vorzubeugen. Bei ausgeprägten Krampfadern oder Venenproblemen sind Vollbäder tabu. Herzkranke fragen zuvor ihren Arzt.

Massagen

Wärmen Sie etwas Sesam- oder Sanddornöl an, und massieren Sie damit Ihre Hände, Füße und den ganzen Körper. Für die Handmassage zuerst die Finger einzeln, dann die Handfläche und den -rücken kräftig durchkneten. Anschließend mit sanften Bewegungen ausstreichen. Bei der Fußmassage verfahren Sie genauso. Den Körper von den Füßen aufwärts nach oben massieren oder mit Massagebürste oder -handschuh in kreisenden Bewegungen abreiben. Die Bürstenmassage eignet sich auch, um die Durchblutung in Händen und Füßen anzukurbeln.

Kuschelige Kleidung

Warme Kleidung schützt den Körper vor dem Auskühlen. Hauchfeine Unterwäsche aus Merinowolle oder Angora (auch mit Seide) wärmt angenehm, ohne aufzutragen.

Tipp: statt dem dicken selbst gestrickten Wollpullover lieber mehrere dünnere Schichten übereinander tragen. In den „Luftpolstern“ dazwischen wird die Wärme besser gespeichert. Eine Jacke aus wind- und wasserabweisendem Funktionsmaterial oder ein Daunenanorak sind übrigens ein besserer Wetterschutz als ein modischer Wollmantel, durch den der eisige Januarwind mühelos hindurchpfeift. Im Fachhandel gibt es Outdoor-Jacken mit einlegbaren Wärme-Packs für den Rückenbereich sowie beheizbare Einlegesohlen. Tragen Sie Schuhe mit dicken, wärmeisolierenden Sohlen zum Beispiel aus Krepp oder Gummi. Kaufen Sie sie etwas größer, damit die Füße darin auch noch in Wollsocken Platz haben, ohne dass die Luftzirkulation behindert wird.

Ein Ofen für die Tasche

Eine Wohltat für „Eisfinger“ auf langen Spaziergängen oder beim Sport im Freien sind Taschenwärmer. Die handlichen Gelkissen enthalten Metallplättchen, die beim Knicken die Heizkraft des Gels aktivieren. Dabei wird Wärme um etwa 50 Grad freigesetzt. Die Taschenwärmer heizen etwa eine Stunde lang. Sie sind zum Beispiel in Apotheken und vielen Sportfachgeschäften erhältlich und mehrfach verwendbar. Einfach vor Gebrauch kurz in heißes Wasser legen, um das Gel wieder zu verflüssigen.

Ein Tipp für alle, die zu besonders kalten Händen neigen (etwa beim Ray naud-Phänomen): dünne Seidenhandschuhe (Outdoor-Fachhandel) unter Handschuhe aus windabweisendem Material ziehen. Fäustlinge halten meist wärmer als Fingerhandschuhe.

Der Klassiker:

Die Wärmflasche ist unübertroffen, wenn es um schnelles Ausfrieren geht. Bei kalten Füßen am besten schon vor dem Schlafengehen ins Bett legen, um Einschlafstörungen vorzubeugen. Das Wasser nicht zu heiß machen, sonst drohen Verbrennungen. Menschen mit gestörtem Temperatursinn (etwa bei Durchblutungsstörungen oder Diabetes ) müssen besonders vorsichtig sein. Auch ein mit Kirschkernen gefülltes Kissen spendet im Bett angenehme Wärme. Nach genauer Anweisung wird es im Ofen oder in der Mikrowelle erwärmt.

Bewegung

Lassen Sie einige Male die Arme kreisen, und schütteln Sie Hände und Füße gut aus: Wenn Bewegung in den Körper kommt, müssen die Kältegefühle weichen, denn körperliche Aktivität verbraucht Energie und erzeugt dadurch Wärme. Zudem kommt der Kreislauf in Schwung.

Schneller „Entfroster“: fünf bis zehn Minuten auf der Stelle laufen oder hüpfen.

Rat vom Experten

Das beeinflusst die Thermoregulation langfristig – Empfehlungen von Prof. Jürgen Kleinschmidt, Institut für Medizinische Balneologie und Klimatologie der Universität München.

Wechselduschen:

Sie fördern die Anpassungsleistung des Gefäßsystems durch den Wechsel von heiß und kalt. Die warme Phase (über 38 Grad) sollte mit zwei Minuten deutlich länger sein als die Kaltphase (etwa 20 Grad, besser noch weniger). Vier- bis achtmal wechseln, kalt aufhören.

Sauna und Dampfbad:

Der Körper wird mit unerwarteter Wärme konfrontiert und in eine Art künstliches Fieber versetzt. Zum Abkühlen gibt es eine kalte Dusche. Das trainiert die Anpassungsfähigkeit an wechselnde Temperaturen. Mindestens einmal pro Woche zwei bis drei Gänge à 12 bis15 Minuten schwitzen.

Sport:

Langlauf, Aerobic & Co. regen die Durchblutung und den Stoffwechsel insgesamt an. Sportler reagieren deshalb schneller und besser auf Temperaturwechsel als Untrainierte.